Leistungen im Detail – Impfungen

Impfungen

Es wird immer wieder heftig über Impfungen diskutiert. Diese Diskussionen sind oft akademisch, weil die Notwendigkeit und Auswirkung der Impfungen heutzutage nicht sofort ersichtlich sind.

Der Hauptgrund ist: wir sehen dank der Impfungen diese verheerenden Krankheiten nicht mehr.

Das beste historische Beispiel sind die Pocken, sie gelten heute als ausgerottet, haben aber früher große Epidemien mit über 30 % Mortalität verursacht. Die Beobachtung, dass mit Kuhpocken infizierte Personen nie an den Pocken erkrankt waren, führte zum Durchbruch. Der englische Arzt Edward Jenner (1749–1823) infizierte mit diesem Wissen im Jahr 1796 einen Jungen mit den Kuhpocken. Der Junge erwies sich später als immun gegen gewöhnliche Pocken. Da der Impfstoff von Kühen stammte, nannte Jenner seinen Impfstoff Vaccine (vom lat. vacca „Kuh“).
In Dänemark mussten Konfirmanden und Brautpaare schon ab 1811 nachweisen, dass sie gegen Pocken geimpft waren. Interessanterweise war es damals möglich in Europa innerhalb von 15 Jahren die Pocken-Impfpflicht einzuführen, obwohl niemand wusste wie Impfungen funktionieren. Dies gelang vor allem auch deshalb, weil die Menschen miterlebt haben und wussten wie richtige Pocken töten.

Man könnte weiterhin mit zahllosen Beispielen und statistischen Daten die Notwendigkeit und die historische Rolle der Impfungen aufzeigen und beweisen (z.B. die Kindersterblichkeit von 1900 bis heute….). Hätten allerdings einige von den Impfgegner persönliche Erfahrung mit Diphtherie und Polio gemacht, würden sie Ihre Meinung sicher schnell ändern.

Ich, als praktizierender Kinderarzt, konnte die Effektivität vom Haemophilus B Impfstoff (Teil der Sechsfachimpfung) persönlich erleben. Die früher gefürchtete bakterielle Epiglottis-Entzündung (oft mit Erstickung) ist praktisch komplett verschwunden. Heute können wir auch Hirnhautentzündung und Gebärmutterhalskrebs effektiv verhindern.

Warum sind die Impfungen aber heutzutage weiterhin notwendig?
Die Antwort ist relativ einfach: mit den Impfungen haben wir die Erreger nicht eliminieret, d.h. wenn die Durchimpfrate sinkt und die Krankheit auftaucht, können die Erreger wieder von Mensch zu Mensch übertragen werden und eine Epidemie auslösen.  Das beste Beispiel dafür ist die neuerlich immer stärker auftretende Masernepidemie.
Mit den Impfungen wurden auch leichtere Kinderkrankheiten gestoppt. Nicht geimpfte Personen können aber im Erwachsenenalter auch Kinderkrankheiten erhalten, wobei diese im Kindesalter leichte Krankheiten (Mumps, Feuchtplatten z.B) dann schwere Komplikationen verursachen können.